Bericht von Miriam Ohlert

Am Mittwoch ging es endlich los. Wir, die ausgewälten 40 Jugend-Sportler aus Deutschland durften in den Flieger steigen und nach Seoul, Südkoreas Hauptstadt, fliegen. Die Reise bestand aus 2 Flügen. Einmal 6 Stunden nach Doha (Katar) und dann nach 3 Stunden Wartezeit weiter nach Seoul mit einem Flug der 9 Stunden dauerte. Sehr lustig war, dass wir mit unserer Germany-Einkleidung so auffällig waren und so auch von allen möglichen Leuten angequatscht wurden und viele mit uns Fotos machen wollten. Heute, am ersten vollen Tag, haben wir eine koreanische Schule besucht. Das war sowas von ein tolles Erlebnis! In einem Klassenraum saßen wir zusammen mit einigen koreanischen Schülern auf dem Boden und lauschten einer Lehrerin, die uns die Grundlagen der koreanischen Sprache vermittelte. Danach haben wir uns in gemischten Grüppchen aus Deutschen und Koreanern über kulturelle und politische Themen unterhalten. Total erschreckend war es zu erfahren, dass die koreanischen Schüler nur 4 Stunden pro Nacht schlafen und wenn intensive Prüfungsphasen sind manchmal gar nicht. Und das alles nur um den ganzen Tag zu lernen, damit die guten Universitäten einen eines Tages annehmen. Im Schulflur über dem Eingang hing ein Schild auf dem Stand: „The future gains from present pains“, was zu Deutsch so viel heißt wie „die Zukunft wird erfolgreich, wenn man unter Schmerzen arbeitet.“. Die Jugendlichen hier, scheinen wirklich unter dem Thema Schule zu leiden. Nichtsdestotrotz waren sie super freundlich. Dann tanzte uns eine Gruppe koreanischer Mädchen einen typische K-pop-Tanz vor. Und ich muss echt sagen, dass die das richtig gut drauf hatten. Zwischendurch gab es koreanische Kekse und Snacks, die zwar aussahen wie Erdnuss-Flipps, aber nach Fisch geschmeckt haben. Und dann folgte das Highlight des Besuchs: Die Koreaner hatten ihre traditionellen Trachten mitgebracht und wir durften diese einmal alle anprobieren. Nach einer Fotosession in den bunten Kleidern bekamen wir noch kleine Gastgeschenke von den Schülern. Ich bekam von einer Schülerin eine Tüte, die mit koreanischen süßen, weißen Puffern gefüllt war. Das ist anscheinend eine  sehr bekannte Süßigkeiten hier. Mit so viel Gastfreundlichkeit und Stimmung hatte ich nicht gerechnet und wir waren auch alle absolut begeistert von diesem Besuch. Abends sind wir mit der U-Bahn nach Hause gefahren, in der wir alle noch vom Jetlag geprägt fast einschliefen. Dann gab es Essen, was wie immer hier aus Reis und Kimchi (etwas sehr scharfen) bestand. Am Abend haben wir noch die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele gemeinsam über den Beamer im Gemeinschaftsraum geschaut. Jetzt fallen wir aber alle müde und erschöpft in die Betten und sind gespannt, was uns am morgigen Tag erwartet.

Foto: Miriam Ohlert und Leonie Herzog (Short-Track)